Band from Göttingen, Germany (1971-1974)
Zugleich war ihm klar: „Ich wollte unbedingt mit Musikern auftreten und nicht Playback singen.“ Begleitmusik vom Band, das schien nichts zu sein für jemanden, der bereits als Kind mit Mozart und Vivaldi in Berührung gekommen war. „Wir haben Hausmusik gemacht“, wiegelt er ab, „nicht die schweren Sachen, sondern Hausmusik.“ Aus klassischer Musik wurde später Unterhaltungsmusik. Holm gründete seine erste Band als Jugendlicher.
Mit dem Auftrag, eine Begleitband für den Solokünstler Michael Holm zu suchen, schickte er Manager und Booker Dieter Belinda los, sich in der Musikerszene umzuhören. Belinda legte ihm eine junge Göttinger Band ans Herz. Holm traf sich mit den Musikern – und war begeistert. „Ich fand es einfach toll, was die Jungs drauf hatten“, schwärmt er.
Die Jungs, das waren Gerd Grabowski – später bekannt als G. G. Anderson –, Bernd Dietrich, Wolf-Ekkehard Stein, Wolfgang Jass und Gino Dominioni. Sie besetzten zu dieser Zeit die Band „The Blue Moons“ und waren in Göttingen und Umland längst keine Unbekannten mehr. Auch über die Region hinaus kannte man den Sound der Band, der so international klang, dass Holm überzeugt war: Mit dieser Band wollte er arbeiten. Und sie sollte weiterhin eine eigenständige Band mit einem eigenen Namen bleiben.
Eine Stimme wie Rod Stewart
An Holm lag es also nicht, dass aus den „Blue Moons“ schon bald „Love and Tears“ wurden. Diesen Bandnamen legte sich die Gruppe Anfang der 70er zu – womöglich, um die Beat-Ecke zu verlassen. Aus dieser hatte sich die Band bereits seit einiger Zeit verabschiedet, dem Namen hing der Beatgeruch jedoch noch an. Wie genau es zu der Umbenennung kam, kann Holm allerdings nicht mehr nachvollziehen: „Irgendwann hat sich ,Love and Tears‘ einfach durchgesetzt“.
Dass die Begleitband aus einem anderen stilistischen Lager kam als der Schlagersänger selbst, störte Holm nicht. Musikalische Grenzen kannte er damals nicht und kennt sie heute nicht. Neben den bekannten Schlagern existieren von ihm ungewöhnliche Soundtracks, experimentelle Rocksongs und elektronische Musik im Stil des New Age der 80er Jahre. „Musik muss berühren“, begründet er. Ob nun Schlager oder Rock für Gänsehaut sorge, sei nebensächlich.
Bei „Love and Tears“ muss das Gefühl gestimmt haben. Holm beschloss, die Talente zu fördern. „Ich fühlte mich manchmal wie ein Mentor der Band“, sagt er. Jeder Musiker sei für sich genommen spannend gewesen; die Kombination aus allen erst recht. Daher habe er sie dazu angehalten, nicht nur für ihn zu spielen, sondern auch solistisch zu wirken und den eigenen Charakter herauszuarbeiten: „Ekkis Stimme, die klang wie Rod Stewart, bevor jemand Rod Stewart kannte“, schwärmt er. „Dazu Bernd, der sein Stimmvolumen einsetzte, wie es eigentlich erst in den 80er Jahren üblich war und dann Gino...“ – Das habe ihn den Erfolg wittern lassen.
Blue Moons - Original Blue Moons - Love And Tears Vol.2
Love And Tears - Same Polydor 2371334
01 - Needles And Pins
02 - Diana
03 - Love Of Yesterday
04 - A Thousand Times A Day
05 - Rock And Roll Mama
06 - Higher, Higher (Lucy,Light My Fire)
07 - Action Man
08 - Simple Song
09 - Sunshine Lady
10 - I Feel The Earth Move
11 - Hello Good-Night
12 - And Your Love Is
13 - Much Too Young
14 - One Way Ticket To Nowhere
15 - Turn,Turn
16 - Rock And Roll Lullaby
17 - Cindy Lou




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